Curaçao 2017

Dienstagmorgen, 10. Oktober 2017 um 05:30 Uhr steht das Taxi vor dem Haus. Wir lassen uns auf den Flughafen fahren für unseren Flug nach Curaçao. Zuerst müssen wir aber nach Amsterdam und von dort aus geht es mit einer Boeing 747 der KLM direkt in die Karibik. Wir haben uns für den langen Flug Economy+ -Sitze geleistet. Da gibt es viel mehr Beinfreiheit und man hockt nicht wie in einer Sardinenbüchse. Nach etwas mehr als 9 Stunden sind wir auf der Insel gelandet. Am Flughafen dann die Suche nach einer Wechselstube und einem Taxi für den Weg ins Hotel. 

Hotel Kontiki Beach
Das Hotel liegt in einer wunderschön angelegten üppigen Parklandschaft mit vielen Palmen und Pflanzen sowie diversen "Flussläufen" (anstelle von Pool's), in denen man baden konnte. Die Zimmer sind in Bungalows untergebracht, welche mit Schilf gedeckt sind. In einem solchen Bungalows hat es 4 ZImmer unten und 4 Zimmer im oberen Stock. Wir hatten natürlich oben gebucht. Das Zimmer ist mit viel Holz und einem echt komfortablen Bett ziemlich gemütlich eingerichtet. Das Badezimmer war eher biederer Durchschnitt.
Die erste Nacht ging ins Land. Für die Zweite Nacht war das gleiche geplant. Leider hatte die Partygemeinde am Strand etwas dagegen. Um 18 Uhr ging es los mit lauter Musik und extremen Bässen in einer extremen Intensität. Der ganze Bungalow hat gezittert. Das ging dann ohne Unterbruch bis um ca. 01.30 Uhr. Danach war Ruhe, aber an Schlaf war nicht zu denken. Unsere Körper haben immer noch weiter vibriert. Dann eine Nacht Ruhe und die nächste Nacht war dann wieder Rambazamba.
Leider war unser Zimmer eines derjenigen, welche in nächster Nähe des Strandes lagen. Nach der dritten schlaflosen Nacht haben wir dann eine neue Bleibe verlangt, welche uns ohne Probleme zugestanden wurde. Ziemlich weit vom Strand entfernt. Man hat dort die Musik auch noch gehört, aber die Bässe waren extrem viel weniger intensiv und mit Ohrenstöpseln konnte man sogar Schlafen.
Das Morgenessen wurde nicht im eigenen Hotel angeboten, sondern im Nachbarhotel in einem Restaurant am Strand. Das Buffet war extrem überschaubar. Nach der ersten Woche haben wir gemerkt, dass die einzige Abwechslung war, das mal etwas gefehlt hat. 

Der Strand
Am Strand sah es aus wie an Touristenstränden üblich und es gab auch viele Liegestühle, aber die guten waren meist kostenpflichtig und es herrschte ziemlich Partymentalität. Den ganzen Tag wurd man mit "Musik berieselt".
Ansonsten gibt es dem Ufer entlang eine "Einkaufsmeile" mit diversen Läden und Restaurants. Das Essen war durchwegs gut bis sehr gut. Auch wenn es keinerlei kreolisches Angebot gab. Typisches Inselessen war also nicht möglich. Dafür haben wir sehr gut Italienisch gegessen, leckere Fleischspiesse und natürlich auch Burger mit Pommes verspeist. Die Preise waren so ungeähr wie in DE.
Das Wasser um die ganze Insel ist glasklar und man kann problemlos auf den Grund schauen. Deshalb sind auch ziemlich viele Schnorchler und Taucher anzutreffen.
Am Ende des Strandes ist dann das Sea-Aquarium zu finden. Dort sind vor allem die Seelöwen und die Delphine von Interesse. Mit den Delphinen werden speziell auch Therapien für behinderte Menschen durchgeführt. Die Delphinanlage ist in verschiedene, aber untereinander verbundene Bereiche aufgeteilt und ziemlich gross und weitläufig. Die Seelöwen haben ihr eigenes Becken. Der Rest des Aquariums ist eher veraltet und nicht so interessant.  

Die Insel
Nach ein paar Tagen haben wir uns dann für 8 Tage ein Auto gemietet und sind ein wenig auf der Insel herumgekurvt. Das Autofahren auf Curaçca ist zielich relaxt, wenn man sich in den Verkehrsfluss integriert.
Wir haben mehr oder weniger die ganze Insel "Befahren". Vom "Westpunt" bis zum "Ostpunt". Das sind ja gerade mal ungefähr 60 Kilometer. In der Breite stehen lediglich 14 Kilometer zur Verfügung. 
Die Vegetation ist nicht wirklich karibisch. Palmen sind eher selten, dafür steht viel Kaktus in der Gegend herum und am Boden erstreckt sich ziemlich stacheliges Gewächs. Vom Gesamteindruck her eher so wie Sardinien, nur dass die Temperatur mit durchschnittlich 32 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit doch ziemlich schweisstreibend ist. Man gewöhnt sich aber schlussendlich auch daran.
Badestrände für Babs waren nicht so reichlich vorhanden und sie hatten auch nicht wirklich das Karibik-Feeling zu bieten. Eher kurze Strände an der Westküste mit feinem Sand, aber sehr selten war eine Palme zu sehen. Dafür halt das genial klare Wasser damit die optimalen Voraussetzungen zum Schnorcheln.
Wenn man sich die Mühe macht und ein wenig ins Umland eintaucht bekommt man auch einzigartige Landschaften und viele Tiere zu entdecken. Leguane, Flamingos, Kleinpapageien, Sittiche, Kolibris und andere Vögeln und sogar wilde Schweine gibt es zu sehen.
Die Ostküste der Insel ist ziemlich schroff und bietet kaum Möglichkeiten ans Ufer zu gelangen. Der westlichste Punkt (Watamula) bietet eine Vorstellung wie es dort aussieht.
Wir haben natürlich auch ein paar Sehenswürdigkeiten besucht. Da wären zum Beispiel die Straussenfarm, die Karststeinhöhlen und die Distillerie des echten und einzigen Blue Curacao zu nennen.
Auch auf der Insel ist est fast unmöglich ein einheimisches Restaurant zu finden. Auf Grund der Tatsache dass die nicht wirklich angeschrieben sind, muss man wissen wo die sind. Dagegen ist es nicht schwierig die "Gourmetläden" wie Mc Donald's, Burger-King, KFC, Pizza-Hut und Subway zu finden. Die Touristenkultur und der amerikanische Einfluss ist unübersehbar.

Willemstad
Die Hauptstadt von Curaçao ist geprägt von intensivfarbigen Häusern, vielen kleinen Läden und Autofreien Gassen. Sehenswert ist sicher die spezielle Autobrücke mit 56 Metern Höhe, damit auch grosse Tankschiffe darunter durchfahren können. Ihr gegenüber dann die weltweit einzige Pontonbrücke (Königin-Emma-Brücke, erbaut 1888) mit einer Länge von 167 Metern, welche im ganzen weggedreht werden kann. Früher durften diese Brücke nur barfüssige Leute kostenlos überqueren. Alle anderen mussten eine Gebühr entrichten. Abends ist in der Stadt nicht wirklich viel los. Sie wirkt fast wie ausgestorben.

Fazit
Wenn man Karibikfeeling erwartet ist man fehl am Platz und ganz ischer enttäuscht. Da gibt es sicher bessere Orte. Die Karibik ist nur in der Temperatur zu spüren. Für Naturfreunde ist Curaçao aber sicher erlebenswert. Auch Tauchsportler und Schnorchler sind hier sicher richtig und kommen auf ihre Kosten.
Vom Hotel Kontiki Beach Resort (auch wenn es den schönsten Garten hat) und den an den Strand angrenzenden würden wir aber dringend abraten, ausser man braucht das Bumm-Bumm und Wummern der Bässe ganz dringend.
Ein Auto ist ebenfalls zu empfehlen, auch wenn die Infrastruktur mit öffentlichen Bussen zu funktionieren scheint.
Im Grundatz sind wir uns einig, dass wir Curaçao sicher kein zweites mal als Ferienziel wählen würden. Schon gar nicht für 14 Tage.

Am 25. Oktober 2017 um 11:05 Uhr sind wir wieder in Kloten gelandet und die Ferien in der "Karibik" sind Geschichte.